Was ist Alkohol überhaupt?

Was ist Alkohol überhaupt?

Was ist Alkohol überhaupt?

Diese Frage mag auf den ersten Blick überflüssig erscheinen. Das ist sie jedoch nicht.

Regelmäßig wird unter Alkohol zunächst ein alkoholisches Getränk wie Bier oder Wein gefasst. Alkohol als solcher ist jedoch ein Gift. Seine berauschende Wirkung setzt durch eine Vergiftung des Körpers, insbesondere des Gehirns ein. Folglich geht mit einem Alkoholkonsum stets auch eine Vergiftung des Körpers einher. In der Medizin wird folglich bei der Frage, ob jemand trinkfest ist oder nicht, auch von einer sogenannten Giftflüssigkeit gesprochen. Mit der Giftflüssigkeit wird die Gewöhnung des Körpers an das Gift Alkohol beschrieben. Ein Problem beim Alkohol ist, dass der Körper sich an den Alkoholkonsum gewöhnt. Man kann folglich „trainieren“, dass die Wirkung von Alkohol vom Körper besser verarbeitet wird. Man ist dann trotz des gleichen Alkoholkonsum nicht mehr so „betrunken“, wie es z. B. beim ersten Probieren von Alkohol der Fall war.

Die meisten werden die Gewöhnung von Alkohol bereits am eigenen Körper erlebt haben. Hat man als Jugendlicher bereits nach zwei Bier den Eindruck gehabt, dass man ziemlich betrunken sei, so tritt dieser Effekt ggf. nach jahrelangem Alkoholkonsum erst nach dem fünften, sechsten oder siebten Bier ein. Das Problem bei der Alkoholgewöhnung ist, dass die Wirkung, die der Betroffene fühlt, geringer zu werden scheint. Die Auswirkung auf die Steuerungs- und Wahrnehmungsfähigkeit unter Alkoholeinfluss ist jedoch die gleiche. Das bedeutet, dass derjenige, der trinkgewohnt ist, sich ggf. bei einem Promillewert von 1,0 noch beinahe nüchtern fühlt. Dennoch ist er mit einem Promillewert von 1,0 genauso beeinträchtigt, im Straßenverkehr ein Fahrzeug zu führen wie derjenige, der das Gefühl hat, bei 1,0 Promille ziemlich betrunken zu sein. Es verschiebt sich folglich die Wahrnehmung hinsichtlich der eigenen Einschätzung der Fahrtauglichkeit. Da es sich bei der Alkoholgewöhnung immer um einen schleichenden Prozess handelt, bemerken die Betroffenen regelmäßig nicht, dass sich ihr Körper an Alkohol gewöhnt. Damit einher geht regelmäßig eine Fehleinschätzung, wie lange man noch in der Lage ist, ein Fahrzeug zu führen. Da der Betroffene sich nach langer Alkoholgewöhnung ggf. noch nach einer Flasche Wein fahrtauglich fühlt, glaubt er, er könne ein Fahrzeug sicher führen. Objektiv dürfte jedoch bereits ein so hoher Promillegehalt vorliegen, dass objektiv eine Fahruntauglichkeit vorliegt.

Bei der Alkoholentwöhnung ist auch zu berücksichtigen, dass sich zwar die subjektive Bewertung des Betrunkenseins mit der Alkoholgewöhnung verändert. Die Promillezahl bleibt jedoch bei gleicher körperlicher Konstitution gleich. Das bedeutet konkret, dass ein 80 kg schwerer Mann nach dem Konsum einer Flasche Wein z. B. 1,0 Promille Alkohol im Blut aufweist. Der Wert von 1,0 Promille ist unabhängig davon, ob der Betroffene Alkohol gewöhnt ist oder nicht. Auch derjenige, der erstmalig eine ganze Flasche Wein trinkt, wird 1,0 Promille haben. Jemand, der schon seit Jahren jeden Abend eine ganze Flasche Wein trinkt, wird ebenfalls 1,0 Promille im Blut aufweisen. Es verändert sich diesbezüglich nur die subjektive Bewertung, wie der Alkohol im Körper wirkt. Bei demjenigen, der erstmalig eine Flasche Wein komplett leert, wird sich das Gefühl einstellen, sehr betrunken zu sein. Bei demjenigen, der bereits seit Jahren jeden Abend eine Flasche Wein leert, wird ggf. nur ein Gefühl des Beschwippstseins auftreten. Beide haben jedoch objektiv die gleiche Promillezahl im Blut.

Dies hat für beide Personen jedoch unterschiedliche Auswirkungen. Derjenige, der zum ersten Mal eine ganze Flasche Wein trinkt und sich bei einem Wert von 1,0 Promille absolut betrunken fühlt, wird ggf. das Auto stehen lassen, da er merkt, dass er definitiv nicht mehr fahrtüchtig ist.

Derjenige, der sich nach einer Flasche Wein jedoch nur leicht beschwippst fühlt, wird ggf. noch ein Fahrzeug führen, da er subjektiv den Eindruck hat, durchaus noch in der Lage zu sein, ein Fahrzeug zu führen, da er vom Alkohol deutlich weniger spürt.

Bei einer etwaigen Verkehrskontrolle würde die Polizei jedoch bei beiden Personen den gleichen Promillegehalt feststellen können. Bei beiden würde es im Falle einer Straftat lediglich darauf ankommen, wie viel Promille Alkohol im Blut festgestellt worden ist. Es kommt nicht darauf an, wie die Personen den Alkohol verspürt haben. Ab einem Promillegehalt über 1,0 liegt eine absolute Fahruntüchtigkeit vor. Diese absolute Fahruntüchtigkeit ab 1,1 Promille Alkohol im Blut ist objektiv zu bestimmen. Das bedeutet, dass der Einwand, man habe sich noch fahrtüchtig gefühlt, zumindest dem Grunde nach die Strafbarkeit nicht entfallen lässt. Ab 1,1 Promille geht die Verkehrspsychologie davon aus, dass man definitiv nicht mehr in der Lage sei, sein Kraftfahrzeug sicher zu führen. Auch wenn der Betroffene dies ggf. geglaubt hatte, so liegt bei ihm lediglich eine Verschiebung der Bewertung seiner Fahrtüchtigkeit vor. Eine Fahrtüchtigkeit lag bei ihm zwar nicht mehr vor, er hat sie jedoch verspürt.

Diese Giftflüssigkeit wird des öfteren noch ein zentrales Thema in diesem Vorbereitungskurs darstellen. Auch der Begriff Trinkfestigkeit wird noch in verschiedenen Konstellationen beleuchtet werden, da er ein ganz zentrales Problem beim Alkoholkonsum und beim Straßenverkehr darstellt.

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