Kernfrage einer MPU

Was ist die eigentliche Kernfrage einer MPU?



Was ist die eigentliche Kernfrage einer MPU?



Die eigentliche Kernfrage, auf die sich die MPU letztendlich reduzieren lässt, ist die Frage, ob bei der MPU eine Einstellungs- und Verhaltensänderung in Bezug auf Ihren Alkoholkonsum und die Teilnahme am Straßenverkehr bei Ihnen erkennbar wird.

Ausgangspunkt hierbei ist, dass Sie durch Ihre sogenannte Anlasstat, dass ist z. B. die Trunkenheitsfahrt im Verkehr, haben erkennen lassen, dass Zweifel an Ihrer Kraftfahreignung bestehen. Sie haben durch Ihre Anlassfahrt der Führerscheinbehörde bereits einmal gezeigt, dass Sie nicht in der Lage waren, den Konsum von Alkohol und die Teilnahme am Straßenverkehr sicher zu trennen. Da Sie mit der Anlasstat folglich selbst die Zweifel bei der Führerscheinbehörde genährt haben, sind Sie nunmehr verpflichtet nachzuweisen, dass Sie durch eine Einstellungs- und Verhaltensänderung Ihrerseits diese Zweifel beseitigen konnten. Die MPU ist folglich auf die Kernfrage zu reduzieren: Können Sie in der MPU dem Gutachter deutlich machen, dass Sie trotz der Anlasstat nunmehr nach einer Einstellungs- und Verhaltensänderung wieder zuverlässig geeignet sind, ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr zu führen?

Der MPU-Gutachter wird daher im Wesentlichen folgende vier Fragen mit Ihnen klären wollen:



1. Haben Sie die Ursachen für ihre Anlasstat mittlerweile erkannt?



Wichtig ist, dass Sie in der MPU deutlich machen, dass Sie die Ursachen, die letztendlich zu der Trunkenheitsfahrt geführt haben, selbst erkannt haben. Ursachen für eine solche Anlasstat können z. B. die Flucht in den übermäßigen Alkoholkonsum, die verstärkte Alkoholgewöhnung oder auch persönliche Probleme sein. In den weiteren Teilen dieses Vorbereitungskurses werden die möglichen Ursachen und die Möglichkeiten, dem Gutachter zu erkennen zu geben, dass Sie die Ursachen erkannt haben, ausführlich besprochen werden.



2. Liegt bei Ihnen eine ausreichende Motivation zur Verhaltensänderung vor?



Mit dieser Frage wird insbesondere geprüft, ob Sie aus der Erkenntnis der Ursachen für Ihre Anlasstat die richtigen Schlüsse gezogen haben, und vor allen Dingen ob Sie darin für sich eine ausreichende Motivation gefunden haben, um Ihr Verhalten in Bezug auf Alkohol grundlegend zu ändern.

Auch hier gibt es typische, nicht selten verpackte Fragen der Diplom-Psychologen, die wir Ihnen im Folgenden des Vorbereitungskurses ausführlich darstellen werden. Es geht dabei nicht darum, Ihnen vorgefertigte und vermeintlich gute Antworten mitzuliefern. Wer meint, seinen Lesern solche vorgefertigten Antworten geben zu können, der hintergeht die Leser. Für Sie als Betroffenen ist es jedoch grundsätzlich gut zu wissen, mit welchen Fragen die Gutachter den Punkt Motivationsänderung hinterfragen. Nur wer weiß, was der Gutachter mit seiner Frage bezweckt, wird in einer MPU auch tatsächlich die richtige Antwort geben können. Da die möglichen richtigen Antworten jedoch selbstverständlich nur individuell mit Ihren persönlichen Verhältnissen beurteilt werden können, kann man keine vorgefertigten Antworten geben. Man kann und sollte sich jedoch informieren, welche eigentliche Information der Gutachter mit einer bestimmten Fragestellung herausfinden möchte.



3. Liegt bei Ihnen bereits eine Verhaltensänderung vor?



Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Diesen Grundsatz kennen auch Diplom-Psychologen bei einer MPU zur Genüge. Das bedeutet, dass sicherlich schon ein ganz großer Schritt in die richtige Richtung getan wurden, wenn der Betroffene zum einen sein Problem erkannt hat und zum anderen bereits motiviert ist, sein Verhalten zu ändern. Für die Gutachter, die eine Prognose in die Zukunft stellen sollen, ist es jedoch zudem absolut notwendig zu erfahren, ob bereits Resultate aus dieser Einsicht gefolgt sind, also konkret, ob Sie Ihr Verhalten hinsichtlich des Alkoholkonsums schon geändert haben.

In diesem Vorbereitungskurs werden wir Ihnen die verschiedenen Fragestellungen vorstellen, mit denen Diplom-Psychologen abklären, ob eine Verhaltensänderung bei Ihnen schon eingetreten ist, und vor allem, ob Sie diese konkret darlegen können.

Zudem wird Ihnen in dem Vorbereitungskurs ausführlich dargestellt, wie Sie den Diplom-Psychologen davon überzeugen können, dass Sie Ihr Verhalten nicht nur bereits jetzt geändert haben, sondern auch in Zukunft so geändert beibehalten wollen.

Bedenken Sie an dieser Stelle noch einmal, dass der Gutachter bei Ihnen konkret eine Prognose erstellen muss, ob Sie trotz der Anlasstat, mit der Sie Ihre Ungeeignetheit zur Führung eines Kraftfahrzeugs bewiesen haben, nunmehr in Zukunft geeignet sind, ein Kraftfahrzeug zu führen. Diese Eignung wird nie durch bloßen Zeitablauf wie von selbst kommen. Viel wichtiger ist, dass Sie die Hintergründe für die Anlasstat, die Problematik, die damit für die Allgemeinheit im Straßenverkehr einhergeht, und die Aussichten und den Umgang hiermit für die Zukunft erkannt haben.

Folglich ist neben der Erkenntnis und der Motivation ein weiterer ganz wichtiger Schritt die Darlegung der bereits erfolgten Verhaltensänderung.



4. Sind die von Ihnen beschriebenen Verhaltensänderungen stabil?



Wie bereits mehrfach angesprochen, geht es darum, dass der Diplom-Psychologe eine Prognose für die nächsten 10 Jahre erstellen soll. Bei der Prognose ist die Fragestellung maßgeblich, ob Sie in Zukunft ein Kraftfahrzeug zuverlässig führen können oder nicht.

Als vierter ganz wichtiger Baustein bei einer MPU wird folglich die Frage gestellt werden müssen, ob Sie neben der Einsicht und der Motivation und den bereits dargelegten Verhaltensänderungen auch in Zukunft in der Lage sein werden, diesen bewussteren Umgang mit Alkohol einzuhalten.

In der Folgezeit werden wir Ihnen ausführlich darstellen, worauf es ankommt, damit der Gutachter Ihnen ganz konkret abnehmen kann, weshalb die von Ihnen dargelegten Verhaltensänderungen auch in Zukunft durchgehalten werden können. Auch hier gilt im Besonderen: Der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach. Jeder weiß von sich selbst, dass die besten Vorsätze im Alltag dahinschmelzen, weil die Einhaltung gewisse Einschränkungen mit sich bringt. Insbesondere wird für den Gutachter maßgeblich sein, ob derjenige, der seit mehreren Jahren ggf. in größerem Maße Alkohol konsumiert hat, nunmehr abstinent oder in deutlich geringerem Maße mit Alkohol leben kann.

Die Grundfragen bei einer MPU lauten daher noch einmal zusammengefasst:

1. Haben Sie die Ursachen für Ihre Anlasstat erkannt?

2. Liegt bei Ihnen eine ausreichende Motivation zur Verhaltensänderung vor?

3. Liegt bereits eine Verhaltensänderung zum Zeitpunkt der MPU vor?

4. Sind die Verhaltensänderungen schon ausreichend stabil?

Sie sehen bereits anhand dieser vier Grundfragen, worum es in der MPU geht. Sie können sich vorstellen, dass hinter diesen vier Grundfragen eine Vielzahl weiterer, teils verklausulierter Fragen der Psychologen lauern, mit denen sie ehrliche Antworten von Ihnen erhalten wollen. In dem weiteren Vorbereitungskurs werden diese weiteren Fragen ausführlich erörtert werden. Zu den einzelnen konkreten Fragen wird jeweils auch noch einmal der Hintergrund erläutert, damit Sie wissen, auf was Sie sich bei der MPU einrichten müssen.

Bereits an diesen Punkten werden Sie erkennen können, dass eine MPU ohne Vorbereitung schlichtweg deutlich schwieriger ist. Erfahrungswerte zeigen, dass die Durchfallquote ohne MPU bei ca. 50 % liegt. Die Durchfallquote mit einer ausreichenden Vorbereitung liegt bei nur noch 10 %. Es ist nachvollziehbar, dass derjenige, der einfach nicht weiß, was der MPU-Gutachter hören will, nicht die entsprechenden Antworten geben können wird.

Natürlich können Sie mit Kenntnis der vier Grundfragen und der nachfolgenden Einzelfragen einen MPU-Gutachter „überlisten“. Am sinnvollsten ist es jedoch, dass Sie lernen, worauf es bei einer MPU ankommt, und dass Sie Ihr Leben bis zur MPU in diesen Punkten tatsächlich abändern.

Denken Sie in der Folgezeit nicht daran, dass man Ihnen mit der MPU nur etwas Böses möchte. Es geht darum, dass Sie in früherer Zeit bereits des Öfteren in größeren Mengen Alkohol konsumiert haben werden. Ggf. werden Sie auch schon des Öfteren alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen haben. Sie wurden ggf. bereits mehrfach oder mit einer erhöhten Promillezahl im Straßenverkehr festgehalten, und daher liegt bei Ihnen der Verdacht von Alkoholmissbrauch nahe. Unabhängig von der MPU kann man Ihnen daher nur raten, Ihre Lebensweise in Ihrem Fall tatsächlich zu überdenken und einige Aspekte, um die es auch in der Folgezeit in diesem Vorbereitungskurs geht, zu überdenken und ggf. in Ihr „neues Leben“ einzubauen.

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